Teststrecke für autonomes Fahren in die Region holen
Minister Steffen Schütz fährt Proberunde um die Gasmaschinenzentrale
Unterwellenborn. Auf seiner Sommertour besuchte Steffen Schütz, Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, am Freitagnachmittag die Gasmaschinenzentrale in Unterwellenborn. Als Standort von modernster Technik von einst bot sie die perfekte Kulisse für eine gemeinsame Probefahrt mit einem futuristischen Robobus mit Landrat Marko Wolfram und Professor Matthias Hein vom Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) der Technischen Universität Ilmenau.
Zunächst stellte der Förderverein Kulturpalast Maxhütte, der inzwischen auch die Gasmaschinenzentrale ehrenamtlich betreut, das Industriedenkmal vor. Besonders beeindruckt zeigte sich der Minister von der freitragenden Stahldecke der mehr als 100 Meter langen Halle und der imposanten Gasdynamomaschine. Im Anschluss an den Rundgang stellte Professor Hein seine Vision von Thüringen als Pilotraum für autonomes Fahren vor – und rannte damit offene Türen bei Landrat Marko Wolfram ein.
Der Landkreis ist Partner des Forschungsprojekts MOVEwell. Einer der drei Hauptbausteine des Projekts ist die Frage, wie selbstfahrende Busse den klassischen Busverkehr ergänzen können. „Unser Ziel ist es, das jetzt eingeführte Rufbus-System durch autonom fahrende Busse zu erweitern. Dann könnten wir den Service als Zubringer zu unseren Hauptlinien und zur Bahn zeitlich deutlich erweitern“, so der Landrat.
Entsprechend fragte Wolfram nach einem konkreten Zeithorizont bis zur Einsatzfähigkeit. Dazu seien die drei wichtigsten Komponenten, Strecke, Fahrzeug und Betrieb zu berücksichtigen, sagte Hein. Die Bereitschaft zur Einführung sei da, betonte Minister Schütz. „Wir brauchen einen Schub, sonst gucken wir nur zu“, so der Minister. Eine der Hürden sei die Verfügbarkeit von Fahrzeugen, erklärte der Professor. Die TU Ilmenau hat einen Robobus der chinesischen Firma PIX Moving beschafft und in die Gasmaschinenzentrale gebracht. Die Probefahrt in dem futuristisch anmutenden Vehikel führte einmal um das Denkmal – digital überwacht von einem Mitarbeiter der Uni.
Peter Lahann
Presse- und Kulturamt