Trauer um Hubert Krawczyk

Autor/in: Peter Lahann

Langjähriges Kreistagsmitglied im Alter von 73 Jahren verstorben

Rudolstadt. Der Landkreis trauert um Hubert Krawczyk. Der langjährige Kommunalpolitiker ist am 28. Oktober 2026 im Alter von 73 Jahren gestorben. Krawczyk gehörte dem Kreistag von 2014 bis 2024 für die Partei „Die Linke“ an und führte deren Fraktion von 2017 bis 2024. Er arbeitete unter anderem im Kreisausschuss, im Ausschuss für Kreisentwicklung, im Bau- und Vergabeausschuss sowie im Jugendhilfeausschuss mit. Darüber hinaus war er viele Jahre Mitglied des Rudolstädter Stadtrates.

Im Mittelpunkt seiner kommunalpolitischen Arbeit stand die Frage, ob der Landkreis im Alltag der Menschen verlässlich funktioniert. Er setzte sich für eine solide Haushaltsführung ein, damit die Mittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in einer guten sozialen Infrastruktur, in einem ordentlichen Straßennetz, in einer erreichbaren Gesundheitsversorgung und in einem leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Soziale Gerechtigkeit war ihm dabei ein besonderes Anliegen, etwa bei der Gestaltung der Abfallgebühren.

Als Diplom-Ingenieur legte er großen Wert auf Fakten und Vernunft. Er bereitete sich stets akribisch vor und vertrat seine Positionen mit großem Durchhaltevermögen. Diskussionen führte er in der Sache leidenschaftlich, im Ton aber immer respektvoll und den anderen Kreistagsmitgliedern zugewandt.

Krawczyk bezog klar Stellung gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, verwahrte sich zugleich aber gegen Pauschalurteile und Vorwürfe ohne Faktengrundlage. Seine berufliche Tätigkeit in der damaligen Sowjetunion prägte sein Engagement für Völkerverständigung und einen Ausgleich zwischen Ost und West.

Als passionierter Radfahrer ging er mit gutem Beispiel voran: Selbst zu offiziellen Veranstaltungen in der KZ-Gedenkstätte Laura in Schmiedebach fuhr er von Rudolstadt aus mit dem Fahrrad.

„Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod Hubert Krawczyks erfahren. Ich habe ihn als leidenschaftlichen Kommunalpolitiker erlebt, der mit großem Sachverstand und viel Herzblut für einen Landkreis eingetreten ist, der für seine Bürgerinnen und Bürger funktioniert. Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren“, sagte Landrat Marko Wolfram.

Peter Lahann
Pressestelle