Besuch bei den Baumriesen
Initiativgruppe stellt Landrat Marko Wolfram das Waldgebiet „Fasanerie“ vor
Schwarzburg. Eines der wertvollsten Waldgebiete der Region stellte die Initiativgruppe Schwarza-Rinne-Rottenbachtal am Montag, 1. Juni, Landrat Marko Wolfram vor. An der Fasanerie Schwarzburg und dem ehemaligen fürstlichen Jagdschloss hat sich ein kostbarer Baumbestand mit uralten Buchen und Eichen und kostbaren Habitatbäumen etabliert. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Waldgebiet zu erhalten.
Der Rundgang begann fast meditativ: „Hören Sie auf die Vögel, spüren Sie die Kühle unter dem Kronendach, nehmen Sie den Duft des Waldes wahr, schauen Sie auf die Vielfalt der Pflanzen und Bäume“, forderte die Sprecherin der Gruppe den Landrat zum Innehalten auf. Und tatsächlich offenbart sich der Wald hier im Spätfrühling in einer besonderen Pracht. Zwischen den Großbäumen haben sich zahlreiche andere Baumarten angesiedelt – Bergahorn, Kirsche und viele mehr. Absterbende Baumriesen dürfen hier stehenbleiben. Als Habitatbäume bieten sie Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Insekten und imposante Baumpilze. Alle heimischen Spechtarten sind hier zu finden.
Nach einem Holzeinschlag im Winter 2023/24 sorgt sich die Gruppe um den Bestand. Dabei seien durch fallende Bäume und Fahrzeuge mehrere andere Bäume an Kronen und Stämmen geschädigt worden. „Deshalb bitten wir die Verantwortlichen, gemeinsam mit uns Wege zu finden, diesen Wald dauerhaft zu sichern und unter wirksamen Schutz zu stellen“, heißt es in einem Appell, der dem Landrat übergeben wurde.
Frithjof Helmstädt, stellvertretender Forstamtsleiter im Forstamt Gehren, bestätigte den besonderen Wert des Waldgebietes. Doch gerade die besondere Vielfalt sei der sorgsamen Pflege von Generationen von Förstern zu verdanken. Durch die regelmäßige, schonende Entnahme auch von Großbäumen falle Licht auf den Waldboden und geben anderen Arten die Chance zum Wachsen. Ohne den Eingriff des Menschen hätten die großen Buchen die anderen Arten verdrängt. Die extensive Bewirtschaftung werde auch weiter stattfinden, allerdings höchstens ein- bis zweimal in einem Jahrzehnt. Aktuell seien keine Fällungen durch den ThüringenForst geplant. Eine Stilllegung wie bereits auf 500 Hektar Forstfläche entlang der Schwarza sei aber hier nicht vorgesehen.
Sorge bereitet dem Fachmann der „Klimaturbo“. Die extreme Trockenheit der vergangenen zehn Jahre mache vor allem den alten Bäumen zu schaffen, da ihnen die Umstellung an neue klimatische Verhältnisse nicht gelinge. Umso wichtiger sei die Ansiedlung neuer Bäume, die mit den aktuellen Gegebenheiten besser zurechtkommen. Landrat Wolfram dankte zum Abschluss der Initiativgruppe für die Einladung. „Sie haben mir ein wunderbares Waldgebiet vorgestellt und ich habe heute viel gelernt“, sagte Wolfram. Ebenso dankte der Landrat dem stellvertretenden Forstamtsleiter für die Ausführungen zur modernen Waldbewirtschaftung. „Das Beispiel Fasanerie zeigt eindrucksvoll, dass sich die Bedürfnisse für Nutzung, Schutz und Erholung im Wald in Einklang bringen lassen“, so der Landrat.
Peter Lahann
Presse- und Kulturamt