Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert: Besuch bei zwei Vorzeigeunternehmen in Saalfeld
Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert bei Drehtechnik Jakusch und RSP GmbH
Saalfeld. Sichtlich beeindruckt zeigte sich Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert bei zwei Unternehmensbesuchen in Saalfeld. Auf Einladung von Bürgermeister Dr. Steffen Kania und im Beisein von Landrat Marko Wolfram und der 1. Beigeordneten der Stadt Saalfeld, Bettina Fiedler, besuchte Suckert das Familienunternehmen Drehtechnik Jakusch GmbH und anschließend die RSP GmbH, Weltmarktführer bei Saugbaggern.
Geschäftsführer Enrico Jakusch stellte die Firmenentwicklung der Drehtechnik Jakusch GmbH seit der Gründung durch seine Eltern vor. Nach einem Umzug und mehreren Erweiterungen der vergangenen 30 Jahre stößt die Firma am Standort im Gewerbegebiet Cröstener Weg erneut an die räumlichen Grenzen. Das Unternehmen hat sich auf die Kleinserienfertigung von Metallteilen spezialisiert und zählt zu seinen Kunden Unternehmen aus der Medizintechnik, Forschung, Röntgenröhrenherstellung, Hotelausstattung und dem Bahnverkehr. Zu den 42 Beschäftigten am Kernunternehmen kommen weitere 22 in der Tochterfirma JASAA GmbH dazu.
Besonderen Wert legt Jakusch auf die umfassende Digitalisierung des Unternehmens, die seit 2016 ausschließlich mit der Saalfelder Firma Batix Software GmbH umgesetzt wird. Deren Geschäftsführer Jörg Flügge erläuterte unter anderem die weiteren Pläne zur Nutzung von künstlicher Intelligenz. Schon jetzt wird die Produktion von der Warenlogistik bis zur Maschinenbelegung, vom Personaleinsatz bis zum Kundenservice digital gesteuert. Das erhöht die Effizienz und vor allem die Geschwindigkeit bei der Abwicklung von Aufträgen. „Jeder Tag, den wir schneller liefern können als andere, macht uns zur Firma, bei der bestellt wird“, erklärt Enrico Jakusch.
Die effiziente Steuerung erlaubt zudem besondere Flexibilität bei der Arbeitszeit, was wiederum zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt. Mit dem Konzept, ältere Mitarbeiter zu halten und eigenen Nachwuchs zu gewinnen, hat sich Drehtechnik Jakusch jetzt für den Demografiepreis beworben, der am 4. Juni in Jena verliehen wird. Die eigene Unternehmensnachfolge hat Enrico Jakusch mit dem Einstieg der beiden Söhne Rudi und Robert bei der Drehtechnik bzw. JASAA Gmbh geregelt.
Bei der RSP GmbH und Co KG hat ebenfalls die zweite Generation nach der Gründung 1993 die Geschäftsführung übernommen. Anne Graber, kaufmännische Geschäftsführerin, begrüßte die Gäste gemeinsam mit dem technischen Leiter der Geschäftsführung, David Leopold. Von der Produktion in einer angemieteten Halle hat sich das Familienunternehmen zum Weltmarktführer für Spezialsaugtechnik entwickelt. Insgesamt 700 Beschäftigte gehören zur RSP-Gruppe, davon 467 zum Kernunternehmen. „Wir bewegen Material mittels Luftstrom“, beschreibt Anne Graber ganz nüchtern das eigene Fachgebiet. Mit der Übernahme des Vakuum-Spezialisten Amphitec 2022 bietet RSP inzwischen sowohl die bewährte Ventilatorentechnik als auch Vakuumpumpfahrzeuge an.
In der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit sechs Beschäftigten wird kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Technik gearbeitet. Zudem hat RSP den weltweit ersten vollelektrischen Saugbagger entwickelt. Rund 300 Saugbagger produziert das Saalfelder Unternehmen jährlich. Ein besonders großer Abnehmer ist Frankreich mit rund 110 Fahrzeugen. „Dort sind mittlerweile ausschließlich Saugbagger für Tiefbauarbeiten an Gasleitungen erlaubt“, erklärt die Geschäftsführerin. Im Gegensatz zum herkömmlichen Bagger ist bei der Technik aus Saalfeld kein Kontakt zum Material nötig, das ausgehoben werden soll. So kommen die Saugbagger inzwischen auch beim Gleisbau, der Baumwurzelsanierung, der Sanierung von schwer zugänglichen Gebäuden und Flachdächern zum Einsatz.
„Ich bin beeindruckt und begeistert, was für tolle Unternehmen es hier in Saalfeld gibt“, zog Staatssekretär Suckert am Ende des dreistündigen Besuchs Bilanz.
Peter Lahann
Presse- und Kulturamt
Fotos: Peter Lahann