Vapen, Cannabis, Cybermobbing: Suchtgefahren bei Jugendlichen

Autor/in: Franziska Ehms

Netzwerktreffen Suchtprävention in der Orangerie Saalfeld

Saalfeld. Auf Einladung des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt kamen mehr als 30 Fachkräfte aus Schulen, Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Suchthilfe, Medienpädagogik und Verwaltung Ende März zum Netzwerktreffen Suchtprävention in der Jugend- und Bildungsstätte Orangerie zum Austausch über die aktuelle Situation und zur Entwicklung gemeinsamer Präventionsmaßnahmen zusammen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Tatjana Kaulfuss, Koordinatorin Suchtprävention, und Melanie Kaul, Sozialarbeiterin für den gesetzlichen Kinder- und Jugendschutz.

Ein zentrales Thema des Netzwerktreffens war der stark zunehmende Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen. Die Teilnehmenden berichteten übereinstimmend, dass das sogenannte „Vapen“ im Schulalltag eine neue Dimension erreicht habe. E-Zigaretten würden zunehmend offen genutzt – teilweise sogar während des Unterrichts. Die Geräte seien klein, leicht zu verbergen und schnell ersetzbar, was präventive Maßnahmen erschwere.

Neben dem Thema Vaping blieben auch der Konsum von Cannabis, Alkohol, Energy-Drinks sowie problematische Entwicklungen im Bereich Gaming weiterhin relevant. Besonders die veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung von Cannabis im Zuge der Teillegalisierung stelle Schulen und Präventionsarbeit vor neue Herausforderungen.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt lag auf der Mediennutzung junger Menschen. Themen wie Cybermobbing, Cybergrooming und exzessive Smartphone-Nutzung wurden als wachsende Belastungsfaktoren benannt. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass viele Kinder und Jugendliche ihr eigenes Nutzungsverhalten häufig unterschätzen. Neben Aufklärung und Prävention seien daher auch klare Strukturen, verbindliche Regeln und eine stärkere Förderung von Medienkompetenz notwendig, um junge Menschen nachhaltig zu schützen.

"Unser zentrales Fazit des Treffens ist: Erfolgreiche Suchtprävention braucht Teamwork. Die breite Beteiligung von Eltern, Schulen, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und weiteren Partnern unterstreicht die bereits gut funktionierende Vernetzung im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt – und zeigt gleichzeitig, wie wichtig der gemeinsame Austausch und abgestimmte Maßnahmen sind, um Jugendliche wirksam zu schützen“, fassen Tatjana Kaulfuss und Melanie Kaul zusammen.

Franziska Ehms
Presse- und Kulturamt