Ein Höhepunkt für den Geopark Schieferland: Gastgeber für die Internationale Jahrestagung Geotop 2026
Drei Tage lang ist die Region das Zentrum für die Deutschen Geologen
Saalfeld. Der Nationale Geopark Schieferland ist in diesem Jahr Ausrichter der Jahrestagung der Fachsektion Geotope und Geoparks der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Die inzwischen 29. Fachtagung „Geotop 2026“ findet vom 21. bis zum 23. Mai 2026 unter dem Motto „Geologie erleben – Natur bewahren“ im Bauhaushotel Probstzella statt.
„Wir freuen uns sehr, dass die Fachsektion Geotope und Geoparks der Deutschen Geologischen Gesellschaft ihre diesjährige inzwischen 29. Internationale Jahrestagung in unserem Geopark durchführt“, so Landrat Marko Wolfram, der als Vorsitzender des Vereins Geopark Schieferland in Thüringen e.V. die Teilnehmer der Fachtagung persönlich begrüßen wird. „Mit der diesjährigen Tagung Geotop 2026 werden wir unseren Geopark einer breiten Öffentlichkeit der Deutschen Geologischen Gesellschaft vorstellen. Das gibt uns Rückenwind, unseren Geopark im Netzwerk der nationalen Geoparke in Deutschland weiter zu etablieren.“
Und der Hofer Landrat Oliver Bär, Vorsitzender des Vereins Geopark Schieferland in Franken e.V., verweist auf das Potential des Geoparks. „Nicht zuletzt ist es uns gemeinsam gelungen, die Vielfalt unserer Region für die Menschen erlebbar zu machen. Die zahlreichen Möglichkeiten, von Wandern über Radfahren oder Wintersport, Geopark-Infostellen, Naturparkzentren, Schaubergwerke und Höhlen, Touren, Museen und Ausstellungen bieten beeindruckende Möglichkeiten, den Nationalen Geopark Schieferland zu entdecken.“
Beide danken den Organisatoren Andreas Gliesing, Anja Wunder, Christine Kober und Ralf Kirchner, die gemeinsam mit vielen Partnern in Thüringen und Oberfranken ein hochklassiges Programm für die Gäste zusammengestellt haben. Der besondere Dank der Ausrichter geht an das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF), das die technischen Kosten der Tagung bezuschusst, so dass die Tagungsgebühr mit 200 Euro in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden konnte.
Der bundesländerübergreifende Geopark Schieferland besteht mittlerweile seit 17 Jahren. Mit der Auszeichnung als 17. Nationaler Geopark in Deutschland durch die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung in Potsdam im Jahr 2019 hatte der Geopark zum zehnjährigen Bestehen ein besonderes Geburtstagsgeschenk erhalten. Seitdem hat sich viel getan – etwa mit der Neueröffnung von Geopfaden sowohl im thüringischen wie im bayerischen Territorium des Geoparks. Im vergangenen Jahr nutzte die Zertifizierungskommission der GeoUnion mit Mitgliedern aus ganz Deutschland eine zweitägige Befahrung, um die erzielten Fortschritte im Geopark auf dem Weg zur Evaluierung des Prädikats zu erkunden.
Während die Fachleute bei der Geotop 2026 in ganztägigen Exkursionen einige Höhepunkte des Geoparks kennen lernen können, ist die Veranstaltung auch für das Publikum der Region eine Möglichkeit, den Geopark in den öffentlichen und kostenfreien Abendvorträgen besser kennen zu lernen. Am Donnerstag, 21. Mai, spricht Dr. Manfred Klöppelüber „Die besondere Tier- und Pflanzenwelt auf geologisch interessanten Standorten im Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge“ und richtet den Blick damit auch auf die Arbeit der drei Naturparke, die gemeinsam Träger des Geoparks Schieferland sind. Am Freitag, 22. Mai wird Prof. Dr. Jörg W. Schneider von der TU Bergakademie Freiberg über das wohl spannendste Thema zum Geopark sprechen: „Als Thüringen unterging –Die große Zechsteinflut vor 258 Millionen Jahren“.
Vier unterschiedliche Exkursionen führen die Tagungsteilnehmer jeweils am Donnerstag und Freitag Nachmittag zu den Zechsteinriffen der Orlasenke rund um Ranis, zum Schaubergwerk & Heilstollen Sankt Barbara Morassina in Schmiedefeld, zum Geopfad Eisenberg und ins Deutsche Schiefertafelmuseum in Ludwigsstadt sowie zum Blauen Gold und Grünen Band – Technisches Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ und Naturschutzgebiet Staatsbruch.
Auch als öffentliche Publikumsfahrt gedacht ist eine fünfte ganztägige Exkursion am Samstag, 23. Mai, per Bus von Probstzella aus zu Geotopen als Zeugen der variszischen Gebirgsbildung und damit an markante Stellen auf der fränkischen Seite des Geoparks zwischen Ludwigsstadt und Issigau. Bei dieser Exkursion können auch Interessierte mitfahren, die nicht an der Tagung teilnehmen – es fallen dafür Kosten von 40 Euro pro Person an – eine Anmeldung ist über die Buchungsseite www.geotop2026.de möglich.
Die Fachvorträge am Donnerstag und Freitag geben einerseits Einblicke in die Herausforderungen und Arbeit in den verschieden Geoparks Deutschlands – andererseits sind auch Thüringer Themen und die Region des Geoparks Schieferland präsent. So spricht Isabel Kaske vom Landschaftspflegeverband Hof über den Schutz der Serpentinitstandorte in den Landkreisen Hof und Kulmbach, Gunter U. Aselmeyer und Lutz Katzschmann befassen sich mit Naturwerkstein in Städten und Dörfern als Potential für eine geotouristische Nutzung im Geopark Schieferland und Andreas Schumann vom TLUBN beleuchtet das Schieferpotential im thüringischen Teil des Geoparks.
Ein weiterer Fokus der Tagung liegt auch auf der Geobildung. So befasst sich Agnese Fazio vom STIFT Schülerforschungszentrum in Nordhausen mit Herausforderung und Potential der geowissenschaftlichen Bildung und Christoph Ellger, der Geschäftsführer der Geo Union Alfred-Wegener-Stiftung beleuchtet in seinem Vortrag Landeskunde als Themenquelle für Geoparke.
Im Rahmen der Geotop 2026 trifft sich am Vortag auch die Arbeitsgemeinschaft deutscher Geoparks zur ganztägigen Arbeitsberatung.
Mehr Infos unter www.geotop2026.de. Auf der Internetseite ist auch die Anmeldung zur Tagung und zu den Exkursionen möglich und das Tagungsprogramm abrufbar (3. Zirkular).
Hintergrund:
Probstzella als Tagungsort im Herzen markanter Geologie
Probstzella liegt in der Kernregion des Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirges, unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Von hier startet und endet der Schieferpfad „Am Grünen Band“, der den Verlauf des früheren „Eisernen Vorhangs“ zwischen Ost- und Westeuropa eindrucksvoll erlebbar macht.
Ein Geopark voller geologischer Schätze und mit vier Geotopen von nationaler Bedeutung
Der länderübergreifende Geopark Schieferland umfasst zahlreiche in den Geotop-Katastern der Geologischen Landesdienste Bayerns und Thüringens ausgewiesene Geotope – darunter vier Geotope von nationaler Bedeutung. Sie dokumentieren die erdgeschichtliche Entwicklung seit der variszischen Gebirgsbildung vor über 300 Millionen Jahren, als die Urkontinente Laurussia und Gondwana nahe des Äquators kollidierten und den Superkontinent Pangäa formten. Die im Geopark aufgeschlossenen Gesteine ermöglichen faszinierende Einblicke in nahezu alle geologischen Zeitalter.
Im Anhang finden Sie auch das 3. Zirkular mit dem Gesamtprogramm der Geotop 2026 zur Orientierung
Die Fotos zeigen Ereignisse im Geopark Schieferland in den vergangenen sieben Jahren
- Der Geopark Schieferland und das Haus des Volkes als Gastgeber - Der Geopark Schieferland mit Probstzella und Haus des Volkes waren im Juni 2024 Veranstaltungsort für die Jahreshauptversammlung des Thüringischen Geologischen Vereins. Im Bild TGV-Vorsitzender Prof. Christoph Heubeck mit dem damaligen Probstzellaer Bürgermeister Sven Mechtold und Geopark-Geschäftsführer Andreas Gliesing (v.-i.)
- Im Haus des Volkes wurde bereits 2019 das zehnjährige Bestehen des Geoparks gefeiert – ebenso fanden weitere Arbeitskonferenzen des Geoparks dort statt
- Die Befahrung durch die Zertifizierungskommssion im Jahr 2025
- In Ludwigsstadt wird der Geopfad Eisenberg im Jahr 2025 wiedereingeweiht
- 2024 im IGZ Rudolstadt: Die Geopark-Ausstellung macht Station
Martin Modes
Presse- und Kulturamt Saalfeld-Rudolstadt
Im Auftrag des Geoparks Schieferland