Bauausschuss empfiehlt vorliegenden Brückenentwurf
Abstimmung ohne Gegenstimmen bei einer Enthaltung – Bürgermeister dafür
Saalfeld. Rund 90 Minuten nahm der Tagesordnungspunkt 2 „Neubau der Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee – Entscheidung der Ausführungsvariante“ bei der Sitzung des Ausschusses für Bau und Vergabe am Mittwochabend in Anspruch. Bei der abschließenden Abstimmung empfahlen sieben Ausschussmitglieder den vorliegenden Entwurf einer Hängebrücke mit 30 Tonnen Traglast. Ein Ausschussmitglied enthielt sich der Stimme, Gegenstimmen gab es nicht.
Zuvor hatte Landrat Marko Wolfram ausführlich dargelegt, wie es zum nun vorliegenden Brückenentwurf gekommen war. Seine Schlüsselaussage: das Land habe eine „ganz normale Straßenbrücke“ aus finanziellen Gründen abgelehnt. „Das war der Totpunkt im Bemühen“, so der Landrat im Ausschuss. Danach sei in Absprache mit dem Büro Setzpfand ein neuer Entwurf mit einem veränderten Anforderungsprofil erarbeitet worden: kleiner, leichter, günstiger und auf den regionalen Bedarf zugeschnitten. So konnte man dem damaligen Bundestagsabgeordneten Reginald Hanke kurzfristig einen fertigen Entwurf übergeben, mit dem Fördermittel aus dem Programm für innovative Radverkehrsprojekte im Bundeshaushalt verankert werden konnten.
Dr. Gerhard Setzpfandt erläuterte dann weitere Details bis zur heute vorliegenden Vorzugsvariante. Wichtigste Änderung: nachdem Vattenfall nicht mehr auf eine pfeilerlose Querung bestanden, konnten die Spannweite verringert und die Traglast erhöht werden. Jetzt liegt der Gehweg innerhalb der Pylone, bei der Traglast von 30 Tonnen können auch Busse und Feuerwehrfahrzeuge die Brücke nutzen. Die Fahrbahnbreite von 5,10 Meter erlaubt einem Bus gefahrlos einen Radfahrer zu passieren. Die Durchfahrthöhe ist ausreichend für Fahrgastschiffe. Die Unterhaltungskosten für die Brücke seien langfristig deutlich niedriger als der Zuschuss zur Fähre.
Fragen der Ausschussmitglieder beantwortete Dr. Setzpfandt umfassend. Danach hatten die vier Bürgermeister der Anliegergemeinden das Wort: Lothar Linke (Altenbeuthen), Sandro Schindler (Gössitz), Tino Riemschneider (Paska) und Tom Zimmermann (Drognitz) sprachen sich für eine Brücke aus. Der Entwurf als Radwegebrücke mit Sondernutzung für PKW entspricht zwar nicht den ursprünglichen Wünschen, sei aber besser als keine Brücke. „Die Leute wollen 365 Tage, 24 Stunden über eine Brücke fahren können, die Fähre ist keine Alternative“, brachte es Zimmermann auf den Punkt.
Alle vier Bürgermeister betonten, dass die Aufstufung zur Kreisstraße für die Unterhaltung der Zubringerstraßen zwingend erforderlich sei. Ausschussmitglied Kerstin Barczus warb für Zustimmung zur vorliegenden Vorplanung. „Die Menschen warten seit 81 Jahren auf die Brücke. Wir sind an einem Punkt, wo die Finanzierung steht. Wenn wir diese Chance verstreichen lassen, kriegen wir das nie wieder. Geben wir der Region eine Zukunft mit der Brücke“, sagte Barczus.
Peter Lahann
Presse- und Kulturamt