Hohe Ehrung für drei Personen aus dem Landkreis

Autor/in: Peter Lahann

Alexandra Graul, Christel Wiegand und Alfred Weber erhalten Verdienstorden

Saalfeld/Erfurt. „Auch in dieser Woche ehren wir mit dem Bundesverdienstorden wahre Vorbilder, Wegweiser und Möglichmacher. Wir ehren Menschen, die vorangehen und anpacken. Entschlossen, uneigennützig, mit vollem Herzen. Oft im Stillen, ohne Bühne, aber mit großer Wirkung. Menschen, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, im Grünen Herzen Deutschlands, prägen“, sagte Ministerpräsident Mario Voigt am Freitag, 29. August, anlässlich der Verleihung von zahlreichen Verdienstorden an verdiente Bürgerinnen und Bürger. Unter ihnen sind auch drei bekannte Persönlichkeiten aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt: die Seniorenbeauftragte Alexandra Graul, Christel Wiegand sowie Alfred Weber, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt.  

Landrat Marko Wolfram gratulierte den drei Geehrten persönlich bei der Verleihung der Auszeichnung im Collegium Maius in Erfurt. „Ich freue mich, dass das herausragende und jahrelange ehrenamtliche Engagement von Frau Graul, Frau Wiegand und Herrn Weber wahrgenommen und jetzt gewürdigt wurde“, sagte Wolfram. Er hatte Alexandra Graul bereits im März 2023 für die Teilnahme am Bürgerfest des Bundespräsidenten vorgeschlagen. Die Begründung für die Einladung war offenbar so überzeugend, dass die Saalfelderin statt der Einladung die Auszeichnung mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhielt.

Alexandra Graul

Sie engagierte sich vor allem in besonderer Weise für ältere Menschen im Landkreis und darüber hinaus. Unter anderem baute sie ein Seniorenbüro als Anlaufstelle auf. Sie gründete drei Seniorenbeiräte, schuf Netzwerke in Stadt und Land und wurde zur Mitinitiatorin der Landesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros. Mit Weitblick und Hartnäckigkeit brachte Alexandra Graul Themen wie Mobilität, Bildung im Alter, barrierefreien Wohnraum und Teilhabe auf die politische Agenda. Sie begleitete Projekte, die bundesweit Anerkennung fanden, und war maßgeblich an der Entstehung des Thüringer Seniorenmitwirkungsgesetzes beteiligt.

Auch nach dem offiziellen Ruhestand führte sie ihre Arbeit fort – als Seniorenbeauftragte des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, als Mitglied und schließlich Vorsitzende des Landesseniorenrats. In dieser Funktion verhandelte sie mit Ministerien, brachte Stellungnahmen ein, prägte Gesetzesevaluierungen und vertrat die Interessen älterer Menschen mit Fachwissen und Beharrlichkeit.

Ihr Wirken hat Maßstäbe gesetzt – in der Organisation, in der politischen Mitgestaltung und im direkten Kontakt zu den Menschen. Thüringen ist für ältere Generationen ein anderes Land geworden, weil Sie Verantwortung übernommen haben. Für ihre herausragenden Verdienste erhält Alexandra Graul das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Alfred Weber

„Wenn man auf einer Karte Thüringens die Orte markieren würde, die durch Alfred Webers Wirken sichtbar geprägt wurden, entstünde ein Netz aus Punkten – und jede dieser Markierungen stünde für eine Geschichte von Bewahrung, Förderung oder Neuanfang“, heißt es in der Laudatio des Ministerpräsidenten. Als langjähriger Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt machte er das Institut zu einem der bedeutendsten Förderer von Kunst, Kultur und Gemeinwohl in der Region. Unter seiner Leitung konnten Schätze wie die Sammlungen der Heidecksburg gesichert und erweitert werden. Besonders eindrucksvoll: sein Beitrag zur Rettung und Wiederbelebung des historischen Zeughauses von Schloss Schwarzburg – bis hin zur persönlichen Finanzierung von Restaurierungen kostbarer Ausstellungsstücke. „Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass ohne das Engagement von Herrn Weber die glanzvolle Eröffnung des Museums im Mai 2018 nicht stattgefunden hätte“, bestätigte Landrat Marko Wolfram.

Er holte bedeutende Kunstwerke nach Saalfeld zurück, bewahrte das Werk herausragender Thüringer Künstler und machte es für kommende Generationen zugänglich. Doch seine Leidenschaft für das Gemeinwohl reichte weit über die Kultur hinaus: den Neubau des Hospizes am Saalebogen trieb Alfred Weber entscheidend voran – als Organisator, als Förderer, als Mensch. Er engagierte sich in der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, im Aufsichtsrat der Thüringen Kliniken und in führenden Positionen von AWO und DRK.

Alfred Weber hat Kunstwerke gerettet, Kulturorte bewahrt, soziale Strukturen gestärkt und Menschen in schweren Lebenssituationen Hoffnung gegeben. Für seine herausragenden Verdienste erhält Alfred Weber das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Christel Wiegand

„Für viele in Gräfenthal ist Christel Wiegand die, die zuhört, wenn Sorgen drücken, die eine Lösung sucht, wenn etwas festgefahren scheint, und die zupackt, wenn Hilfe gebraucht wird“, lobte Ministerpräsident Voigt. Seit der Gründung des AWO-Ortsverbandes sei sie dort eine treibende Kraft – und weit mehr als ein Vorstandsmitglied. Christel Wiegand hält die ältere Generation informiert und aktiv, und gibt dem Wort „Solidarität“ in ihrer Heimatstadt ein Gesicht.

Ihr Engagement endet nicht bei den Älteren. Als Lehrerin hat sie Generationen von Kindern begleitet, später Jugendclubs aufgebaut, Perspektiven eröffnet und sogar Ausbildungsplätze vermittelt. Bis heute bringt Christel Wiegand Kindergartenkindern spielerisch Englisch bei und begeistert Grundschüler für die Geschichte ihres Ortes.

Ihre Heimatliebe zeigt sich auch in der Arbeit im Geschichtsverein „Die Pappenheimer“, im Museum „Georg-Stift“ und in Gedichten über Gräfenthal. Dazu kommen ihre Jahre im Stadtrat, in denen sie mit offener Art und verbindender Haltung viele Projekte verwirklichen konnte.

„Christel Wiegand verbindet in ihrem ehrenamtlichen Engagement Herz, Ausdauer und Ideenreichtum und ist damit in unserer Region besonders wirksam. Deshalb freue ich mich sehr für sie über diese hohe Auszeichnung“, sagte Landrat Marko Wolfram. Für Ihre herausragenden Verdienste erhält Christel Wiegand das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Peter Lahann/Presse- und Kulturamt
Katrin Bäßler, Referentin TSK