Diskussion mit Staatssekretär zu Kosten im Sozialbereich

Autor/in: Peter Lahann

Udo Götze zum Gespräch mit Landrat, Fachbereichsleiter und BZ-Geschäftsführer

Saalfeld. Am Mittwoch, 20. August, besuchte Udo Götze, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, Landrat Marko Wolfram zum Arbeitsgespräch. An dem Gespräch nahmen neben dem Landrat Fachbereichsleiter Rolf-Henryk Thalmann, Heike Voigt und Steve Reinhardt von der Stabsstelle Planung/Controlling sowie Christoph Majewski, Geschäftsführer der Bildungszentrum Saalfeld GmbH teil.

Schwerpunktthema waren die steigenden Kosten im Sozialbereich. Thalmann stellte die Entwicklung der Kosten für Heimpflege für ältere Menschen anhand von Grafiken dar. Darin ist deutlich abzulesen, dass es kaum noch Pflegebedürftige gibt, die die hohen Kosten aus der eigenen Rente aufbringen können. Entsprechend steigen die Kosten für den Landkreis, der diese Differenz tragen muss. Die demographische Entwicklung im Landkreis führe zudem zu einer stark steigenden Zahl an Pflegebedürftigen.

Sorge bereitet den Planern im Sozialbereich auch die angestrebte Erhöhung der personellen Mindestausstattung in Jugendhilfeeinrichtungen durch das Landesjugendamt. Sie wird nach Berechnungen des Landratsamtes zu einer erheblichen Kostensteigerung pro Platz und Jahr in den Jugendhilfeeinrichtungen führen. Thalmann warb beim Staatssekretär dafür, dass gemeinsam mit dem Landesjugendamt diesbezüglich transparente Standards für eine moderate Kostenentwicklung implementiert werden.

Im weiteren Gespräch stellte Christoph Majewski das Projekt einer Produktionsschule vor. Das Pilotprojekt „Saalfelder Produktionsschule“ soll jungen Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss neue Perspektiven eröffnen. In wirtschaftsnahen Strukturen werden praktisches Arbeiten und Lernen miteinander verbunden, um Selbstwirksamkeit zu fördern und Wege in Ausbildung und Beschäftigung zu ebnen. Angesprochen sind schulmüde und arbeitslose Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren, die von bisherigen Maßnahmen kaum erreicht werden. Mit diesem Ansatz sollen sowohl die Schulen als auch das Sozialsystem entlastet werden. Gleichzeitig können dringend benötigte Fach- und Arbeitskräfte für die Unternehmen der Region gewonnen werden. Produktionsschulen sind in anderen Bundesländern und in Skandinavien bereits ein Erfolgsmodell – und auch im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist der Bedarf groß. Seit vielen Jahren setzt sich das BZ-Saalfeld dafür ein, dieses praxisorientierte Konzept endlich auch in Thüringen zu etablieren. „Wir könnten sofort loslegen, der Bedarf ist groß“, warb Majewski für eine schnelle Umsetzung.

Peter Lahann
Presse- und Kulturamt